Billtalpost / August 2007/ Rundbrief

Liebe Mitglieder,
das herausragende Ereignis der letzten drei Monate war ganz klar unser Sommerfest am 16.und 17.06.2007. Es war nun dieses Mal eigentlich ein Frühlingsfest, aber das Münchener Oktoberfest ist ja auch immer im September. Vielleicht haben wir dadurch dem Petrus ein Schnippchen geschlagen, denn es blieb trotz schlechterer Vorhersagen trocken und die kühne Überdachung unseres Getränkestandes musste ihre Statik keinem Härtetest unterziehen. Auch wenn der gleichzeitig stattfindende „Königsteiner Markt“ wohl den Einen oder Anderen davon abgehalten haben mag zum Billtal zu kommen, war die Besucherzahl insgesamt durchaus zufriedenstellend, kein Rummel aber auch keine peinliche Leere.
Es startete der Samstag mit einem Arbeitstag, der überwiegend zum Aufbau hergenommen wurde. Gegen Mittag stach Lothar (1.Vorsitzender) dann das erste von fünf Fässern „Schlappeseppel“ an und alles nahm seinen Lauf.
Musik gab’s vom DJ, der anfangs recht coolen Hardrock brachte, bis ihm ein jung gebliebener Endsiebziger schliesslich flehentlich bat, ihm zu Kaffee und Kuchen doch adäquateres zu bieten. Nein, auf Volksmusik würde er auch nicht unbedingt bestehen aber es gebe ja auch noch was dazwischen. Von da an gab’s gut durchgemischtes.
Das Kuchenbuffet im Kommraum war wie immer gut und reichlich, der Getränkestand an exponierter Stelle immer im Mittelpunkt und dazwischen hatte Sabines Crew den Grillstand, der u.a. ein Gyros anbot, das ich im Urlaub auf Rhodos in der Qualität vergeblich gesucht hätte.
Ansonsten war ich froh, dass wir das Showprogramm der letzten Jahre noch einmal aufgelegt haben, weil ich und einige Andere es ohnehin noch nicht kannten.
Da war der Sepp, das grauweisse Urgestein vom Tegernsee, er hatte etwas von Sandmännchen und Räuber Hotzenplotz, aber auch von Charly Rivel, dem Grossen Clown und einem „alten Lagerfeuerschrummler“ wie er sich selbst beim Einsatz seiner Gitarre und seiner Reibeisenstimme im Gegensatz zu Wolfgang bezeichnete, dem er Liedermacherqualitäten bescheinigte. Er reist heute noch im original Entomobil (2CV-Kombi) Bj. 1972 mit TÜV bis 2009!, das er sich wohl damals zum Start seiner „Europatournee“ in Sachen Kleinkunst zugelegt hatte, und das wie ein Poesiealbum mit Erinnerungen an besonders lichte Tage bemalt und beschrieben ist. Auch er war stets im Mittelpunkt, bezog alle mit ein, die Kleinen und die Grossen.
Die Line-Dancer kamen als Initiative und unter Mitwirkung von Monika als reine Damenriege, namens „Silver Girls“, was keine Anspielung auf die eigentliche Haarfarbe war, sondern wohl Bezug auf die Applikationen der Gürtel nahm. Erfreulicherweise brachten sie ihre Freunde und Bekannte, also ihre „Fangruppe“ mit. Ihr Synchrontanz zu Countrymusik brachte Bewegung in die Runden und regte an zum Mitmachen. Vielleicht lässt sich ja nächstes Jahr das Publikum mit einbeziehen oder überhaupt ein Workshop ins Leben rufen?
Ein „Hingucker“ war auch das Pferd, ein Haflinger mit goldblondem „Kamm“ und seine agile Besitzerin mit feuerrotem „Kamm, der an den „Pumuckel des Meister Eder“ erinnerte. Unermüdlich zogen sie ihre Kreise um die grosse Wiese und machten nicht nur den Kindern viel Freude!
Gegen Abend verdichtete sich das Ganze zu einer grossen Runde, deren Protagonisten Sepp, Wolfgang und das Krokodil wurden. Sepp verbreitete die oben schon erwähnte Lagerfeuerromantik auf bayrisch, Wolfgang verblueste im Chor mit allen das „Hänschen Klein“ und kreierte stegreifmässig den Billtalblues und das sozusagen von aussen eingeschleppte Krokodil – Besitzerein war ein Gast - , bestand eigentlich nur aus Maul, das zuklappte, wenn man auf den falschen Zahn drückte. Es wurde zur Findung des nächsten Rundenspenders eingesetzt, war dem Umsatz und damit auch der Stimmung dienlich. Ein Lagerfeuer in der Blechtonne wärmte und machte es so dem harten Kern möglich, bis in die Morgenstunden die brennensten ungelösten Probleme tabufrei zu diskutieren und den nicht enden wollenden Durst zu bekämpfen.
Rosi, die Samstagnachtschicht, hatte nicht nur alles im Griff sondern auch noch in der Nacht alles wieder auf Vordermann gebracht.
So konnte der Frühschoppen am Sonntag pünktlich starten und man sass und ass in wärmendem Sonnenschein, bis am Nachmittag dann das 5. Fass Bier alle war und wir mit dem Abbau anfingen.
Auch wenn der Klub der ultraleichten, überwiegend mit Solarenergie betriebenen Elektromobile uns dieses Jahr nicht besuchte, obwohl Lothar mit technischem Sachverstand, extra entsprechende Steckdosen installiert hatte, um sie flott zu halten, war das Fest als wichtiger „Sozial Event“, rundherum gelungen! Dank an alle Mitmacher!
Herzliche Grüsse und „Berg frei“
Euer Manfred