09.09.2007 / NaturFreunde- Tag in der Rentmeisterei in Bad König

Der Odenwald – Landschaft – Kultur – Geschichte, waren die Themen.
Wir haben mit 10 Mitgliedern teilgenommen! Monika Vogel hatte uns netterweise bei den Frankfurtern angemeldet, mit denen wir dann ab Paulsplatz Frankfurt im Bus mitfuhren. So wurden die Kontakte nach dort gepflegt, der Blick ging mal wieder über den Tellerrand hinaus und obendrein kostete die Busfahrt per Zuschuss vom Landesverband, letztlich nur fünf statt elf Euro.
Der Ausrichter, die Ortsgruppe Bad König feierte ihr 25jähriges Bestehen am Vortag und verknüpfte ihr Jubiläum sozusagen mit dem Naturfreundetag. Die Rentmeisterei in Bad König bot an sich schon einen schönen Rahmen und das mittelalterliche Ambiente wurde verstärkt durch das marktplatzartige Arrangement von Ständen und Buden für das leibliche Wohl, die politische Bildung, gewerkschaftliche Darstellung und ökologischen Informationen. Der kleinteilige, gemütliche Platz wurde abschlossen durch eine Bühne mit gegenüberliegendem Halbrund eines kleinen „Amphitheaters“ mit antikem Flair. Der junge Bürgermeister von Bad König ist gleichzeitig auch Vorsitzender der vergleichsweise ebenfalls jungen Ortsgruppe der NaturFreunde. Er stellte den Gästen die Geschichte der Gründung und die Aktivitäten der Ortsgruppe vor.
Die diversen Exkursionen zu den Themen: Odenwald – Landschaft – Kultur – Geschichte, waren alle gut angenommen und ausgebucht. Wir nahmen am Thema Geschichte teil, das uns mit dem Bus auf den Breuberg zur dortigen trutzigen Burg brachte. Sie ist eine der größten Burgen Deutschlands und heute eine Jugendherberge. Das Mittelalter streifte uns dort nicht nur durch das Gemäuer, sondern auch durch allerlei mittelalterliche Gestalten wie Ritter, Burgfräulein, Gaukler und Bänkelsänger. Die Exkursion beleuchtete aber eine spätere Zeit, die Zeit des ausgehenden Zweiten Weltkrieges, als die Burg Unterkunft für Zwangsarbeiter des noch heute am Orte ansässigen Reifenherstellers Pirelli war. Ein hiesiger Gymnasiallehrer hatte sich vor einigen Jahren im Rahmen einer Abschlussarbeit mit seinen Schülern an dieses Thema heran gewagt und die empirischen Ermittlungen hatten alle derart ergriffen, dass er die Geschichte dieser Zwangsarbeiter in einem Buch zusammen fasste und zunächst unter grossen Schwierigkeiten veröffentlichte. Damit solche menschenverachtenden Vorgänge nicht in Vergessenheit geraten oder verdrängt werden, stellt er sich immer wieder für solche Exkursionen und Vorträge zur Verfügung. Wenn die Übrigen nur annähernd so interessant waren, hat der NaturFreundetag 2007 allen Teilnehmern viel gebracht!