Billtalpost Nr. 1 / Februar 2009 / Rundbrief

Liebe Mitglieder,
einerseits fragt man sich, wo die Zeit, die seit September und der letzten Billtalpost vergangen ist, eigentlich geblieben ist, anderseits fallen einem bei genauerer Betrachtung doch etliche Dinge ein, die einen während dessen bewegt haben: Der Amerikanische Immobilienmarkt kollabiert. Wahlkampf in USA, Barak Obama gewinnt als erster Afroamerikaner die Präsidentschaftswahlen. In Hessen löst sich das Parlament auf und es wird neu gewählt. Aufgrund des Desasters um „Rot/Rot/Grün“ wählten die meisten Hessen dieses Mal Schwarz/Gelb aber die „Linke“ bleibt im Landtag. Derweil ließ man Lehmann Brothers pleite gehen. Die Folgen waren so katastrophal, dass man nun weltweit jede weitere Pleite einer Großbank verhindern wollte, damit nicht auch die produzierenden Industrien zusammenbrechen. Kleinreden half nun nicht mehr, jetzt wurde der Ruf nach dem Staat immer lauter und milliardenschwere „Schutzschirme“ wurden in fast allen Staaten aufgebaut. Half alles nicht so wirklich, jedenfalls flogen die drei mächtigsten amerikanischen „Autobosse“ mit ihren millionenteuren Firmenjets, jeder natürlich im eigenen, sozusagen im Formationsflug von Detroit nach Washington, um vom Kongress Subventionen in Milliardenhöhe zu erbitten, nicht zuletzt, um damit sich selbst, den Aktionären und Managern die Boni und Dividenden in astronomischern Höhen zu sichern. Tröstlich war zu sehen, dass Amerika nicht nur aus George W. Bush besteht, sondern dass der Kongress die Macht und die Köpfe hat, solchen Typen die Show zu verderben. Das Schlagwort in der letzten Zeit war offenbar: „Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren“. Talkshows, Stammtische und die Politik arbeiteten sich daran ab. Wenn schon sozialisieren, dann wenigstens den Steuerzahler an den subventionierten Unternehmen beteiligen und mitreden lassen, also verstaatlichen. Ja kann der denn mitreden, wo doch nur die Ackermänner des freien Marktes, möglichst ohne jede staatliche Kontrolle, in der Lage sind Profite von 25% und mehr zu erzielen? Nur das schafft freies Kapital für Investment in Immobilien, Aktien, Rohstoffe, Zertifikate und hält die Wirtschaft von Luxemburg, Lichtenstein und der Schweiz in Schwung. „Yes, we can!” hat Barak Obama gesagt und damit in den USA die Wahl gewonnen. Nicht Abrahmen gibt fette Milch, sondern Unterrühren. Soziale Marktwirtschaft, hört man soll nun also wieder eingeführt werden, auch wenn mancher Politiker glaubt sie sei latent vorhanden, nur unterbetont gewesen und müsse nun über Stärkung der Arbeitnehmerrechte, der Gewerkschaften und Betriebsräte, mit Beteiligung der Mitarbeiter am Unternehmensgewinn, mit Kommunen und Staat als Unternehmer und als Beteiligte an Unternehmen sowie Lohn- und Steuergerechtigkeit wieder zur Konsumfreudigkeit früherer Jahre führen.
Das waren Zeiten! Außer Polizei, Zoll und Bundeswehr, waren Bahn, Post, Elektrizitätswerke, Wasserwerke, Müllabfuhr, Krankenhäuser, Banken, Krankenkassen, sozialer Wohnungsbau u.s.w., staatliche oder kommunale Stellen, die millionenfach krisensichere Arbeitsplätze mit Langzeitperspektiven, Kreditwürdigkeit und Pensionsansprüchen boten, an denen sich die Privatindustrie bei der Arbeitsvertrags- und Lohngestaltung orientieren musste. Vollbeschäftigung statt Freisetzung und Frühverrentung, Minijobs, Zeitverträge, Lohndumping und Harz IV.
Als Musterland hat man Deutschland damals in der Welt gepriesen, als Planwirtschaft und kommunistisches Umverteilungsgefasel wird das heute von den Globalisierungsgewinnlern bezeichnet. Schauen wir mal wie lange noch. Vielleicht gibt es das Modell ja auch in XXL für ganz Europa oder gar global, wenn nicht nur die Amerikaner sagen: „“Yes, we can“
Genug der Politik, am meisten hat man ja mit sich selbst und seinem Umfeld zu tun. Krankheiten, Familienereignisse, Beruf und auch das Vereinsleben füllen primär die Tage, und damit kommt die Billtalhöhe wieder in den Blick. Zum Auftakt steht die Mitgliederversammlung mit den Vorstandswahlen an, worauf ich hier hinweisen und wozu der Vorstand Euch alle, und das ist neu, auf die Billtalhöhe in unser Vereinslokal einladen möchte.

Bis dahin herzliche Grüße und „Berg frei“
Euer Manfred